Die Mundbreite ist der Abstand zwischen den sichtbaren Mundwinkeln. Wenn dein Mund auf zwei Fotos unterschiedlich breit wirkt, beginne mit einer geraden Frontalaufnahme, auf der du die Lippen locker hältst. Vergleiche sie mit einem zweiten Bild aus derselben Position und prüfe, ob sich der Ausdruck geändert hat, der Kopf leicht gedreht ist oder ein Mundwinkel im Schatten liegt. So kannst du besser einordnen, was das Foto tatsächlich zeigt.
Vielleicht wirkt dein Mund auf einem hellen Porträt breiter als auf einem schnellen Selfie. Oder du erkennst dich auf einem Bild kaum wieder, weil es den Moment kurz vor dem Lächeln festhält. Bevor du das als eine Eigenschaft deines Gesichts einordnest, beschreibe den Unterschied genauer. Die Strecke zwischen den Mundwinkeln, die sichtbare Höhe der Lippen und der Raum um den Mund prägen den Eindruck auf unterschiedliche Weise.
Mundbreite an den Mundwinkeln erkennen
Schau zuerst, wo Ober- und Unterlippe links und rechts zusammentreffen. An diesen Stellen endet die sichtbare Mundöffnung. Die Grenze der Lippenfarbe ist oft leichter zu erkennen, kann aber durch einen Lichtreflex, einen Bartschatten oder aufgetragene Farbe anders aussehen. Prüfe deshalb, ob du beide Mundwinkel klar erkennen kannst. Ein Bild mit einem verdeckten Mundwinkel kann ein gutes Porträt sein, eignet sich aber weniger für den Vergleich dieser Strecke.
In einer quantitativen Untersuchung an jungen Erwachsenen wurden die Mundbreite und die Höhe des sichtbaren Lippenrots getrennt erfasst. Zwei Münder können ähnlich breit wirken und sich in ihrer Kontur trotzdem unterscheiden. Unser Ratgeber zu Lippenform, Kontur und Fülle geht auf diesen Unterschied ein. Für den eigenen Vergleich ist eine konkrete Beobachtung wie „beide Winkel sind sichtbar und die Unterlippe fällt stärker auf“ hilfreicher als das pauschale Urteil „großer Mund“.

Den Gesichtsausdruck bewusst vergleichen
Angenommen, du suchst ein Profilbild und möchtest wissen, welcher Gesichtsausdruck zu dir passt. Nimm ein Referenzbild auf, bei dem du den Kiefer bequem hältst und den Mund locker lässt. Lass das Handy anschließend an derselben Stelle und nimm ein zweites Bild mit dem leichten Lächeln auf, mit dem du jemanden begrüßen würdest. Schau dir an, wo die Mundwinkel in beiden Aufnahmen liegen. Beim Lächeln können sie sich seitlich und nach oben bewegen. Auch die Wangen verändern dabei die Umgebung des Mundes.
Versuche nicht, die Lippen für die neutrale Aufnahme zusammenzupressen. Damit erzeugst du einen weiteren Ausdruck und vergleichst am Ende womöglich ein angespanntes Bild mit einem freundlichen. Im Ratgeber zum neutralen Gesichtsausdruck findest du eine Möglichkeit, dich vor der Aufnahme kurz zu entspannen. Zwei klar unterscheidbare Ausdrücke, die sich für dich natürlich anfühlen, sind für diese Frage meist ergiebiger als eine Serie absichtlich übertriebener Posen.
Wenn du merkst, dass du beim Blick auf den Bildschirm automatisch den Kopf nach vorn schiebst, nutze einen Selbstauslöser oder lass dich von jemandem fotografieren. Schau die Bilder anschließend in normaler Größe an. Erst danach lohnt es sich, zum Prüfen eines Mundwinkels kurz zu vergrößern.

Beiden Mundwinkeln im Bild Platz geben
Bei einer kleinen Kopfdrehung kann der weiter entfernte Mundwinkel schlechter zu sehen sein. Manchmal geht der Übergang von Lippe zu Haut im Schatten verloren. Auch ein Schnurrbart kann die Stelle überdecken. In beiden Fällen wirkt die sichtbare Strecke unter Umständen kürzer, obwohl sich am Gesicht selbst nichts verändert hat. Bevor du ins Bild hineinzoomst, sieh dir das gesamte Gesicht an. Nase, Kinn und seitlicher Gesichtsumriss geben zusammen Hinweise auf die Ausrichtung. Kleine natürliche Unterschiede zwischen beiden Seiten sind dabei möglich.
Stell das Telefon in einem angenehmen Abstand auf und verändere Höhe und Position zwischen den Aufnahmen möglichst wenig. Ein Regal, ein Stativ oder eine ruhige Hand genügt. Weiches Licht von vorn oder leicht seitlich kann helfen, beide Mundwinkel zu erkennen. Behalte die unbeschnittene Aufnahme. Ein Ausschnitt ist praktisch, um eine kleine Stelle genauer zu sehen, blendet aber Hinweise auf die Kopfhaltung aus. Wenn du später noch einmal vergleichen möchtest, ist das vollständige Bild die bessere Grundlage.

Proportionen als Beschreibung verwenden
„Breit im Verhältnis zur Nase“ und „breit im Verhältnis zum unteren Gesicht“ bezeichnen verschiedene Beobachtungen. Wenn du eine Angabe zur relativen Breite liest, frag deshalb, worauf sie sich bezieht. Eine Nase, deren seitliche Begrenzung im Schatten liegt, eignet sich ebenso wenig als klare Referenz wie ein Mund mit verdecktem Winkel. Auch ein enger Ausschnitt verändert, welche Merkmale dir zuerst auffallen.
Die oben verlinkte Studie zeigt auch Unterschiede in der Mundbreite im Verhältnis zur Gesichtsbreite. Die Messungen beschreiben die untersuchte Gruppe unter einem bestimmten Verfahren. Sie geben dir keinen Sollwert für dein Gesicht. Auch Zeichenvorlagen haben einen anderen Zweck. Sie können helfen, einen Kopf auf Papier aufzubauen, sagen aber wenig darüber aus, welches Foto du für dein Profil wählen möchtest. Nutze Angaben zu Proportionen, um zu erklären, was du im konkreten Bild wahrnimmst.
Ein einfacher Test zeigt, wie viel der Bildausschnitt ausmacht. Betrachte dieselbe Aufnahme zuerst mit dem ganzen Gesicht und danach als Ausschnitt unterhalb der Nase. Vielleicht fällt dir im zweiten Bild die Lippenkontur stärker auf. Der Abstand zwischen den Mundwinkeln hat sich dadurch nicht verändert. Du hast nur einen anderen Teil des Bildes in den Mittelpunkt gerückt.
Mit einer konkreten Frage in MogRise starten
Eine App-Auswertung lässt sich leichter einordnen, wenn du vorher weißt, welche Entscheidung du treffen willst. Vielleicht wirkt dein unteres Gesicht in einem Bild unruhig, und du überlegst, ob ein entspannter Ausdruck für das nächste Profilbild besser passt. Prüfe zuerst in deiner Referenz, ob du Mundwinkel und Kinn klar siehst. Wenn du MogRise nutzen möchtest, folge der Aufnahmeführung für klare Frontal- und Profilbilder. Halte Aufnahmebedingungen und Ausdruck für spätere Vergleiche möglichst konstant und lies die Erläuterung zum Ergebnis.
Ein Gesamtwert beantwortet die Frage nach der Mundbreite nicht von allein. Wenn dich eine Beschreibung auf die untere Gesichtspartie aufmerksam macht, formuliere eine Beobachtung, die du am Bild überprüfen kannst. Vielleicht sind auf der geraden Frontalaufnahme beide Winkel gut sichtbar, während einer im anderen Bild im Schatten liegt. Daraus ergibt sich ein sinnvoller nächster Versuch: ein klareres Bild unter vergleichbaren Bedingungen. Erst wenn du darin denselben Eindruck hast, lohnt es sich zu fragen, ob er für die ursprüngliche Entscheidung überhaupt wichtig ist.
Ein Profilbild liefert ergänzende Informationen zur Kontur und Projektion. Für den Abstand zwischen beiden Mundwinkeln bleibt die gerade Frontalaufnahme die bessere Referenz. Vergleiche möglichst dieselbe Ansicht mit derselben Ansicht, wenn du verstehen willst, was sich zwischen zwei Aufnahmen unterscheidet.
Eine Veränderung im Alltag ausprobieren
Wenn du ein Foto auswählst, lass Licht und Position gleich und verändere den Ausdruck. Wenn es dir um die Wirkung eines Bartes geht, prüfe bei gleichem Ausdruck, ob die Mundwinkel frei sichtbar sind. Du kannst vorhandenes Barthaar zunächst zurechtbürsten und die Wirkung in gewöhnlichem Licht betrachten. So erhältst du eine Vorstellung, bevor du über einen Schnitt nachdenkst. Entscheidend ist, ob du den Unterschied auch bei der Größe siehst, in der das Bild später verwendet wird.
Notiere zu dem Bild, das dir für den Zweck besser gefällt, einen kurzen Grund. Zum Beispiel: „Das leichte Lächeln wirkt vertraut, beide Winkel sind gut sichtbar.“ Oder: „Die gerade Ansicht eignet sich als Referenz, das seitliche Bild wirkt lockerer.“ Solche Notizen halten deine eigentliche Entscheidung fest. Wenn du später Hintergrund, Licht oder Handy wechselst, kannst du leichter erkennen, welche Beobachtung noch vergleichbar ist.
Wenn du eine zweite Meinung einholst, zeige das ganze Foto und nenne den Zweck. Die Frage „Auf welchem Bild wirke ich für mein Profil entspannter?“ lädt zu einer konkreteren Antwort ein als die Bitte, ein einzelnes Merkmal zu bewerten. Die Rückmeldung ist eine Einschätzung der Bilder und kann dir helfen, eines davon auszuwählen.
Wenn zwei Fotos unter denselben Bedingungen trotzdem verschieden wirken, nimm den Unterschied als Anlass, den Aufnahmezeitpunkt genauer zu betrachten. Vielleicht war der Mund beim Auslösen gerade in Bewegung. Ein einzelnes Standbild hält nur einen kurzen Moment fest. Eine zweite ruhige Aufnahme kann zeigen, ob sich deine erste Beobachtung wiederholen lässt.

